Die Kategorie Komposition zeichnet die musikalische Idee und Zusammensetzung eines Tracks, Albums oder einer Live-Vorführung aus (u. a. Melodie, Harmonie, Rhythmus).

Illustration: Eine hockende Person sieht nach oben
Werk
Berq – 2 Minuten

„2 Minuten“ ist auf die Sekunde genauso lang und eigentlich bietet diese Vorgabe nur wenig kompositorischen Spielraum. Eigentlich. Berq und Dennis Neuer schaffen es dennoch, ihren ganz eigenen Raum zu eröffnen und darin musikalisch wie atmosphärisch in die Breite, Höhe und Tiefe zu gehen. Der Einstieg ist reduziert, der Refrain pompös und das Zusammenspiel der Vocals knüpft das alles ineinander und führt es in Richtung eines fulminanten Finales, das von einer intimen Coda abgerundet wird. „2 Minuten“ ist ein Liebesfilm im Zeitraffer, mit dem Berq sein einzigartiges musikalisches Talent unter Beweis stellt.

Format
Track
Nominierte
Berq, Dennis Neuer
Illustration: Zwei Personen stehen Arm in Arm nebeneinander
Werk
ela. – Zwischen den Welten

Es dauert 50 Sekunden, bis „Zwischen den Welten“ seinen ersten Refrain erreicht. Dass ein Song auf Storytelling statt auf Playlist-Optimierung setzt, ist ungewöhnlich. In dem gemeinsam mit Sarah Connor komponierten Stück singt ela. über ein Leben voller Widrigkeiten. Die ukrainischstämmige Singer-Songwriterin, die schon für Größen wie Adel Tawil oder Helene Fischer gearbeitet hat, liefert mit „Zwischen den Welten“ ein unangepasstes Stück über die transformative Kraft der Musik. Und sie beweist, wie nahtlos verschiedene kulturelle Einflüsse zu einer kompositorischen Einheit verschmelzen können.

Format
Track
Nominierte
ela., Sarah Connor
Illustration: Eine Person hängt kopfüber
Werk
Nina Chuba – Glas

Nina Chuba gelingt mit ihrem Debütalbum Glas ein Balanceakt: Das facettenreiche Werk lässt emotional tief blicken und bleibt anschlussfähig für viele Hörer:innen. Die stilistische Vielfalt der Songs spiegelt die Komplexität von Chubas Künstlerinnen-Identität wider. Dank Chubas Entscheidung, ihre künstlerische Vision mit talentierten Songwriter:innen zu teilen, gelingt es Glas leichtfüßig, Einflüsse von Hip Hop, Reggae, Pop, Reggaetón, Dancehall und House zu verbinden. Glas liefert deutschen Pop auf internationalem Niveau und positioniert Nina Chuba als die Newcomerin, an der in Zukunft so schnell niemand vorbeikommt.

Format
Album
Nominierte
Nina Chuba, Team
Illustration: Eine Person lässt sich fallen
Werk
Blumengarten – versprochen, alles wird gut!

Rayan Djima und Samuel Eickmann kennen das Regelwerk des Songwritings in- und auswendig. Doch sind Blumengarten genau deshalb so besonders, weil sie die eisernen Gesetze auch mal ignorieren. versprochen, alles wird gut! besteht aus nicht mehr als drei Songs mit insgesamt weniger als sieben Minuten Spielzeit und es stecken grob geschätzt dreihundertfünfzwanzigtausend Ideen drin. Hier springt ein Song abrupt von einem Genre ins andere über, um die Lyrics zu komplementieren, dort paaren sich mächtige Bässe mit psychedelischen Gitarren. Nichts daran ist offensichtlich, alles aber goldrichtig.

Format
Album
Nominierte
Blumengarten
Illustration: Eine sitzende Person die den Kopf zur Seite neigt
Werk
Herbert Grönemeyer – Tau

Die kompositorische Stärke von „Tau“ liegt in der Reduktion auf zwei wesentliche Gemütszustände: Melancholie und Sehnsucht. Über einer bewusst minimalistisch angelegten Instrumentation steht Grönemeyers Stimme als eigentliches Spektakel im Zentrum. Auf „Tau“ zeigt er sich so nahbar wie seit „Der Weg“ nicht mehr. Die doppelbödige Lyrik lässt Raum für Interpretationen. Gleichsam packt einen der Song so unmittelbar, dass man sich kaum entziehen kann. „Tau“ ist tieftraurig und hoffnungsvoll zugleich – die Essenz von Grönemeyers Kunst, die der Wahrheit ins Auge sieht und trotzdem Zuversicht stiftet.

Format
Track
Nominierter
Herbert Grönemeyer